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Vom Verlaufen der Gedanken während der Mittagspause 02

Diese Kolumne verdankt sich dem Anlass, dass ich meine Mittagspause mehrmals in der Woche dazu nutze, um zu laufen. Das hat mehrere positive Effekte – unter anderem den der Gedankenvermehrung aufgrund des erhöhten Sauerstoff-Anteils im Kopf :-) Weil das sicherlich auch Rückwirkungen auf die nachmittägliche Arbeitsphase nach dem Laufen hat, notiere ich hier regelmäßig unregelmäßig ein paar meiner Lauf-Gedanken. Mehr Vorrede gibt es im ersten Lauf-Artikel, und zwar hier

13.2.2012
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An der Betonwand einer großen Brücke hängen seltsamerweise lauter Schneebälle. Was war denn hier los?


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Im letzten Schneezustand laufe ich durch funktionslose Farbflächen: graubraunschmierige Schneebrachen, Inseln aus Eis auf den Äckern, Bäume mit weißer Achselbehaarung oben. Der Lauf führte mich zur Nachbarstadt Fröndenberg. Alles dort ist diesig, dunstig, gleichmäßig grau. Eine Stadtsilhouette ist kaum zu erkennen:


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Für Fröndenberghasser:
Unsere Nachbarstadt ist bei diesem Wetter beinahe futsch. Als bestünde sie aus Aquarellfarbe, hat der schlammgraue Aquatinta-Himmel sie aufgesaugt, weggeputzt, fortgewischt … da wo die Stadt einst war, ist nur noch Himmel. Wohlgetan. Die Aussicht ist nun frei und angenehm.
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Für Fröndenbergliebhaber:
Fröndenberg ist der Himmel.
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Auf den Wegen erkenne ich ein vielfältiges Durcheinander von Spuren – in mir wird der jungenhafte Wild-West-Trapper wieder wach. Der Waldweg als Versammlungsort: Reh und Kätzchen, Wanderer und Jogger, Skistöcken, Kinderwagen, abgewetzte Pumps.

16.2.2012
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Was sind denn das für runde Kopfsteinpflaster-Steine auf dem nassen steilen Waldweg? Die waren doch früher nicht hier. Aha, das sind gar keine Steine? Das sind Reste vereisten Schnees? Und die sind was? … glatt? Ach sooooooooo … Ooooooooh! … Ooh! … (Pardauz!)

21.2.2012
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Unnütze Thesen zur Analogie von Laufen und Arbeit
Arbeitstitel: Sorge dich nicht, laufe!
Untertitel: Und dann geh arbeiten!

1.
Schon zu Beginn der Strecke, nach den ersten Metern, weiß man, wie der Lauf sein wird: Anstrengend oder locker, verkrampft oder entspannt, sorglos oder problembeladen.

2.
Eine Strumpffalte im Schuh ist niemals eine feine Sache.

3.
Abgerechnet und gewertet wird am Ende.

4.
Am Ende kommt immer ein steiler Berg.

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Man trifft während des Laufens manchmal Bekannte und Kollegen. Heute geht mein Gruß an den Kollegen Mediengestalter G.: Salut Monsieur!

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