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Neulich in München: zu Besuch bei Cy Twombly

Das 2009 neu gebaute Brandhorst-Museum steht schon einige Zeit auf meiner Besuchs-Liste. Am vergangenen Wochenende hat es geklappt: Ich war da. Zwei Dinge interessierten mich hauptsächlich an diesem Privatmuseum mitten im Münchner Kunstareal: Das Gebäude und seine Fassade sowie die großen Bildreihen des amerikanischen Malers Cy Twombly.

Leider habe ich keine Fotos des Gebäudes gemacht, denn es hat bei meinem Besuch stark geschneeregnet und ich wollte die Kameras vor Nässe schützen. Aber das WWW bietet Abhilfe und ich verlinke hier mal auf ein paar Bilder:

Neben der äußeren Form des Museums ist die Gestaltung der Außenfassade am spektakulärsten. In langen Reihen bedecken bunte Stäbe große Flächen der Fassade. Eine unklare, zurückhaltende Buntheit entsteht, die in zwei Tonstufen das Gebäude strukturiert und schon von weitem aufmerksam macht. Ich assoziierte direkt Begriffe wie Spielzeug, Kunststoff, Zuckerstangen, Bausteine, …

Innen überraschte mich eine irgendwie frei aufgehängte Treppe (Architekten, bitte übernehmen Sie die Erklärungen :-), die drei Stockwerke mitteinander verbindet. Das zentrale Treppenhaus schafft schon beim Auf- oder Absteigen interessante Raumeffekte und Einblicke in die Ausstellungssäle der jeweiligen Etage.

Und da gehts dann auch schon los mit Cy Twombly: Eine ganze Etage des Museums ist ihm gewidmet. Seine Werke bilden das Zentrum der Sammlung Brandhorst, die hauptsächlich Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts versammelt.

Neben kleineren Serien und Einzelwerken hängen zwei große Zyklen des amerikanischen Malers in München: Zum eine große mehrteilige Rosenserie, zum anderen der weit ausholende Lepanto-Zyklus.

Cy Twombly regt mich seit ca. 7 Jahren an und auf. Er erzählt illustrierend, expressiv und kaligrafisch große Geschichten und Emotionen. Dabei bleibt er stets voll und ganz in der Malerei: Bei der Farbe an sich. Zusätzlich arbeitet er häufig mit Überschreibungen, die er mit Bleistift, Kohle, Farben diekt auf die Motive aufträgt. Es entstehen zum Teil flirrende Kaligrafien, manchmal sogar ganze Linienflächen.

Man mag mir verzeihen, dass ich nicht direkt die Gemälde fotografiert habe. Ich mags im Museum etwas zurückhaltender und beschränke mich also auf Fotoeinblicke aus der Distanz. Ganz im Unterschied zu den meisten Besuchern im Museum, die mit klickenden und piepsenden Kameras eine unbehagliche Dokumentationsgier in die Räume trugen.

Wer mehr sehen will, ist gut beraten, die Seiten des Museums zu besuchen. Rosen gibt es hier, Lepanto dort. Und wer noch mehr sehen will: Ab nach München, direkt vor die Bilder im Brandhorst-Museum. Montags geschlossen.

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