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Erinnert sich jemand an den HAL 9000?

Ich bin einmal mehr auf Computer-Bilder aus vergangenen Zeiten gestoßen. Auf blogto.com erschien ein Artikel mit Fotografien aus alten Rechenzentren der Stadt Toronto. So etwas reizt mich, weil ich mir vorstelle, wie unsere Arbeitsumgebung vor z.B. 40 Jahren ausgesehen hätte. Wobei ich schon berücksichtige, dass wir alle damals nicht an Computern gearbeitet hätten. Denn die Zugangshürden zu dieser Technologie waren riesig. Erst der Durchbruch des PC (Jörg hat dazu mal einen wunderbaren Vortrag gehalten) hat dafür gesorgt, dass wir Computer-Laien überhaupt direkt mit Rechnern umgehen können.

Soviel auch noch einmal zu Menschen wie Steve Jobs: Ohne die Visionen und Arbeiten der Pioniere seit Anfang der 70er Jahre würde ich diesen Text noch immer an einer Schreibmaschine schreiben. Der Wunsch nach einem „persönlichen Rechner“ war auch gespeist aus dem Unbehagen an der damaligen Situation. So musste man, um überhaupt einen Computer für sich arbeiten zu lassen, zunächst die Aufgabe beschreiben, danach Rechnerzeit beantragen, einem Programmier-Experten alles erklären und vorbereiten – und nach einiger Zeit die errechneten Ergebnisse entgegennehmen.

Wer’s nicht glauben mag, sehe sich die Bilder im verlinkten Artikel an. Vor dem PC bestand die Arbeit am Computer darin, an einer Anlage herumzuarbeiten, die doch eine erkennbare Ähnlichkeit mit dem Arbeitsplatz von Homer Simpson hat.
Mehr nach dem Klick auf das Bild unten.

Ach ja: Ich möchte zu Weihnachten NICHT den alten Computer geschenkt bekommen. Ich möchte stattdessen diese Koteletten – und aussehen wie in einem Stanley-Kubrick-Film. Zum Beispiel in „2001: A Space Odyssey“. Und dort würd’ ich ja auch auf meinen Lieblingscomputer treffen, den HAL 9000.

Dank an das Archiv der Stadt Toronto für die Nutzung der Bilder.

3 Kommentare zu “Erinnert sich jemand an den HAL 9000?

  1. Hallo zusammen,
    da fühle ich mich plötzlich zurückversetzt. Ende der 1960er Jahre im Luftwaffenamt Porz-Wahn. Dort sah ich in großen Räumen die IMB 360 laufen
    Die Räume waren klimatisiert. Wenn die Bänder liefen rauschte es gewaltig. Das Blinken an den Bedienungsapparaturen, das surren der Ventilatoren sorgte für einen modernen maschinenhaften sanften Klangmix.
    Wesentlich lauter waren die Lochkartenautomaten. Die zuvor mit den notwendigen Befehlen gestanzten Lochkarten (80 Zeilen) ratternden durch den Automaten. Anschließend wurden die Lochkarten in eigens dafür bereitgestellte Karton verpackt und gestapelt. Die Ergebnisse der IBM 360 konnte man ich in riesenlangen Listen bewundern.
    In Zahlenkolonnen und Text „spuckte“ der Drucker diese Endloslisten aus. Man benötigte sehr viel Platz. Für die Maschinen und für das Archiv. War eine tolle Zeit. Bernd Rützel

    1. Merci für diesen Erinnerungsschnippsel. Darüber hatte ich bisher nicht nachgedacht (und in Science-Fiction-Filmen wird diese Problem ja auch elegant säuselnd umgangen): Diese Dinger müssen einen irren Krach verursacht habe.
      Ich wäre damals wohl komplett verrückt geworden, denn ich fühle mich heutzutage bereits durch einen etwas älteren, lauten Lüfter im Rechner des Kollegen gegenüber belästigt. Und das ist sicher nichts gegen die Düsenlärm-Attacken einer guten alten IBM 360 mit laufenden Datenbändern.

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