blog_internet_katzen_750px_2015_online

Das Internet ist für Katzenfotos da …

Als Mensch der Medien kriegt man ja so einige Trends mit.
Und wenn man das Medium Internet nutzt und Internettrends verfolgt, könnte man meinen, dass das Internet damals ausschließlich zur Verbreitung von Katzenfotos und -videos erfunden wurde.
Man ist kaum sicher vor ihnen. Überall lauern sie.
Facebook, Pinterest und Youtube sind voll davon.

Zum Beispiel findet man überall Lolcats – Katzenfotos, die mit lustigen Sprüchen zur Situation auf dem Bild versehen werden.
Zu finden sind sie wie gesagt überall, aber die größte Sammlung hat wohl „I can has Cheezburger?“.

Ein weiterer katziger Internetstar ist Tardar Sauce, besser bekannt als Grumpy Cat – eine mürrisch guckende Katze, bei der sich mir persönlich nicht ganz erschließt, warum dieses erste Foto so verbreitet und berühmt wurde.
Ab da war Grumpy Cat jedenfalls nicht mehr aufzuhalten.
Mittlerweile hat Grumpy Cat sogar eine eigene Website, eine eigene Facebook-Seite und schon alles mögliche an Merchandise von Shirts über Plüschtiere bis hin zu Kaffee!
Sogar ein Film ist angeblich geplant.

Der aktuellste Trend (Aber was ist in Zeiten von Internet schon aktuell?) ist das momentane Cat Bearding. Man macht ein Foto von sich selbst und hält sich seine Katze dabei so vor’s Gesicht, dass sie wie ein Bart wirkt.
Für mich persönlich unbegreifbar, wie das funktionieren soll, meine Katzen würden das nämlich nicht mitmachen.
Aber es gibt genug andere Katzen die mitspielen und so gibt es auch hier schon eine ganze Seite voller Katzenbärte.

Aber wer meint er sei total hip und angesagt, wenn er dem Trend folgt und mitmacht, der irrt.
Katzenfotos waren nämlich schon 1915 ganz ohne Internet trendy, wie die Bilder des Fotografen Harry Whittier Frees beweisen.
Und auch Harry Pointer war schon 1870 erfolgreich mit den lustigen Katzenfotos.

Also von wegen aktueller Trend. Alles nur Ausläufer eines Trends, der schon vor über 100 Jahren begann.

Und wer sich nun wundert, warum alle Bilder nur verlinkt sind und ich sie nicht wie üblich zeige:

Der Dschungel der Nutzungsrechte und des Copyrights war dieses Mal einfach unüberwindbar.

Bei den Fotos der beiden Fotografen konnte ich einfach keine Urheber ausfindig machen, bei denen ich nach Rechten hätte fragen können. Zwar gilt in Deutschland eine Regelschutzfrist, die besagt, dass ein Werk frei verwendet werden kann, sofern der Urheber mehr als 70 Jahre tot ist, allerdings können solche Rechte auch an Enkel und Urenkel übergehen. Und herauszufinden ob es Verwandte gibt, mit denen man über Bildrechte sprechen könnte, ist bei jemandem wie Elvis oder Marilyn Monroe recht einfach, aber bei eher unbekannten, fast vergessenen Künstlern sehr zeitaufwendig und
fast unmöglich.

Bei den vielen, vielen Katzenfotos die im Internet kursieren und schon 100-fach kopiert und neu verlinkt und weiterverschickt wurden, ist es mir schlichtweg unmöglich gewesen herauszufinden, wer das Bild gemacht und hochgeladen hat. Hier ist es noch ein bisschen unmöglicher einen Urheber ausfindig zu machen.
Zum Einen, weil die Urheber einfach keinen Wert darauf legen, wenn sie ein Katzenfoto hochladen. Und zum Anderen, weil der Weg zu dem als erstes hochgeladenem Bild nicht zurückverfolgbar ist. Jedenfalls nicht für mich.
Auf der Cat Bearding Seite wird zwar angegeben, dass das Copyright der Bilder bei CatBearding.com liegt, aber wenn man dort niemanden kontaktieren kann, hilft einem das leider auch nicht weiter.

Da zeigt sich auch deutlich, dass Amerika und Deutschland mit Urheberrechten und Nutzungsrechten unterschiedlich umgehen.
Die Amerikaner sehen das alles etwas lockerer, als es in Deutschland gehandhabt wird. Gezeigt werden darf dort grundsätzlich erstmal alles, während man hier in Deutschland auch für das Zeigen Rechte erfragen muss, vor allem bei einem kommerziellen Blog.

Ich will mich auf keinen Fall beschweren. Mir selbst ist nur bei der Erarbeitung dieses Blogartikels deutlich geworden, wie schwer es sein kann, an Nutzungsrechte oder Sonstiges zu kommen, wenn es sich um unbekanntere Arbeiten handelt oder um Arbeiten, denen man nun wirklich kein großes künstlerisches Gewicht anrechnen kann (so sehr mich einige der Katzenbilder auch zum Lachen gebracht haben).

Nutzungsrechte und Copyright sind nötig, um Werke zu schützen, egal ob Fotos, Musik oder Filme. Die Menschen die sich die Mühe machen künstlerisch etwas zu schaffen, sollen auch für ihre Mühen entlohnt werden – auch diejenigen, die bloß ein Katzenfoto hochladen. Alles richtig so.
Niemand von uns möchte ja schließlich umsonst arbeiten. Oder?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *